Le plaisir du texte - Roland Barthes (1973)

1.30 am. Rereading Schiller's texts.  He had an exceptional friendship with Goethe. Anecdote:As a teenager, I was also very impressed by this amazing relationship between Montaigne & La Boétie  - "Parce que c'était lui, parce que c'était moi." (“Because it was him, because it was me.”) - Reminiscences. Turning points of your school of thought. We grow up, changing into adults, and we almost forget how & why we became what we are… Montaigne's philosophy has governed lots of my decisions & choices, especially in his Greek approach of "Philosopher c'est apprendre à mourir" ("That to philosophize is to learn to die") . It's obvious now. Of course.

But this night... It's Goethe. 

Am 18. Julius

Wilhelm, was ist unserem Herzen die Welt ohne Liebe ! Was eine Zauberlaterne ist ohne Licht ! Kaum bringst du das Lämpchen hinein, so scheinen dir die buntesten Bilder an deine weiße Wand ! Und wenn’s nichts wäre als das, als vorübergehende Phantome, so macht’s doch immer unser Glück, wenn wir wie frische Jungen davor stehen und uns über die Wundererscheinungen entzücken

Am 12. August

(...)

“Die menschliche Natur”, fuhr ich fort, “hat ihre Grenzen : sie kann Freude, Leid, Schmerzen bis auf einen gewissen Grad ertragen und geht zugrunde, sobald der überstiegen ist. Hier ist also nicht die Frage, ob einer schwach oder stark ist, sondern ob er das Maß seines Leidens ausdauern kann, es mag nun moralisch oder körperlich sein. Und ich finde es ebenso wunderbar zu sagen, der Mensch ist feige, der sich das Leben nimmt, als es ungehorig wäre, den einen Feigen zu nennen, der an einem bösartigen Fieber stirbt”.

“ Paradox ! Sehr paradox ! ” rief Albert aus.— Nicht so sehr, als du denkst ”, versetzte ich. “ Du gibst mir zu, wir nennen das eine Krankheit zum Tode, wodurch die Natur so angegriffen wird, daß teils ihre Kräfte verzehrt, teils so außer Wirkung gesetzt werden, daß sie sich nicht wieder aufzuhelfen, durch keine glückliche Revolution den gewöhnlichen Umlauf des Lebens wieder herzustellen fähig ist.

Nun, mein Lieber, laß uns das auf den Geist anwenden. Sich den Menschen an in seiner Eingeschränktheit, wie Eindrücke auf ihn wirken, Ideen sich bei ihm festsetzen, bis endlich eine wachsende Leidenschaft ihn aller ruhigen Sinneskraft beraubt und ihn zugrunde richtet.

Vergebens, daß der gelassene, vernünftige Mensch den Zustand Unglücklichen übersieht, vergebens, daß er ihm zuredet! Ebenso wie ein Gesunder, der am Bette des Kranken steht, ihm von seinen Kräften nicht das geringste einflößen kann ”.

Die Leiden des jungen Werthers

Une vie pour l’Art – Patrice Trigano – Michel Journiac

July 29th, 2012. "One person's crazyness is another person's reality" - Tim Burton